#4: Wann ist Yoga eigentlich fortgeschritten?
Shownotes
Unser Podcast bezieht sich immer wieder auf die Arbeit von Alexander Kröker mit der von ihm entwickelten Element Methode. Mehr dazu findet ihr hier: Instragram: @elementyoga Website: www.elementyoga.de Mail: yoga@elementyoga.de
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00:00:00: Hallo
00:00:00: Alex.
00:00:01: Wir haben darüber gesprochen und möchten das heute hier weiter tun, weil es tatsächlich eine Frage ist die mich beschäftigt was ist denn eigentlich fortgeschrittenes Yoga?
00:00:14: Weil wie glaube ich schon in den anderen Folgen rauskam ist es durchaus so dass sich ein paar Jahre Yoga Praxis gemacht habe und ich hab aber beispielsweise das Gefühl dass sich eine eher nicht so lange Phase hat in der ich das so sehr intensiv gemacht habe Und sonst war das so ein bisschen ein einwöchiger Termin oder sogar noch seltener.
00:00:38: Deshalb bin ich eine fortgeschrittene Jogi und ich habe auch in Erinnerung, ich war in verschiedenen Kursen natürlich von dir und deinem Studio und in manchen Kurzen war ich irgendwie lost weil ich die Ersanas noch nicht kannte und es gab andere, da hätte ich glaube ich jetzt vor fünf bis zehn Jahren noch gesagt Ich war unterfordert Wann bin ich denn eigentlich fortgeschritten?
00:01:06: Ja, ich finde das eine spannende Frage oder ein spannendes Themenfeld.
00:01:11: Und genau diese Verordnung von Bin Ich Jetzt Fortgeschritte, wo letztlich auch die Frage dahinter steht, worum geht es eigentlich im Yoga?
00:01:20: Wo will ich eigentlich hin mit dieser Praxis?
00:01:22: Wofür taugt sie?
00:01:24: und dann gibt es dieses klassische Bildes muss fortgeschrittene aussehen damit's fort geschritten ist und irgendwann beginnt man diese Frage zu hinterfragen und merkt vielleicht, oh da gibt es aber noch mehrere Parameter in denen man sich entwickeln kann außer dass ich jetzt in die krasseren Verränkungen biegen kann oder dicke Muskeln habe.
00:01:49: Aber fangen wir vielleicht mal vorne an.
00:01:51: also wenn wir jetzt überlegen was ist denn Anfänger?
00:01:53: Yogaunterricht?
00:01:55: und wie schaut man als Anfinger auf Yoga?
00:01:58: Und dann ist es so.
00:01:58: wenn ich mal Anfängern und Richter angucke geht es erstmal vorrangig darum, dass jemand noch nicht so kraftvoll ist.
00:02:05: Noch nicht so flexibel ist.
00:02:07: also Übungen erst mal physisch leichter sind und dann bis auch noch den Aspekt das so jemand ja auch eben noch gar nicht weiß worauf's im Yoga ankommt Und die Konzepte noch nicht kennt die Namen von den übungen nicht kennt aber auch eben keine Vorstellung davon hat was er sich in der Übung überhaupt machen soll.
00:02:30: Und in diesem Sinne ist ein Anfänger und riecht auch einer, der in die Idee des Yoga einführt.
00:02:35: Wo ich aus Lehrer in Perspektive dann schaue wie bringe ich das, worum es im Yoga geht?
00:02:41: Na ja!
00:02:43: Dann gibt's irgendeine Phase wo auf der einen Seite möglicherweise mehr Kraft- und Flexibilität entsteht.
00:02:51: Manchmal aber auch gar nicht oder gar nicht in so großem Maße je nachdem welcher Phase man sich befindet.
00:02:58: Aber da ist ja der andere Aspekt der verstanden hat, worum es Yoga geht.
00:03:03: Selbst wenn man das noch nicht besser umgesetzt riecht als vorher.
00:03:07: und in diesem Sinne ist man dann kein Anfänger, keine Anfängerin mehr.
00:03:12: und dann gibt es eine Praxis die im Zweifel gar nicht kräftiger oder flexibler ist, gar nicht von dem physischen Anspruch her fortgeschrittener ist aber wo eben nicht mehr diese einführenden Techniken sind, wo man jetzt eben nicht mal erst erklärt worum es eigentlich gibt, sondern wo man einfach machen kann und wo man auch sich mehr um das Bemüht oder die Aufmerksamkeit mehr auf den inneren Prozessen hat.
00:03:41: Wo eben mehr Achtsamkeit und der Bewusstheit da ist?
00:03:45: Das ist auch eine Form von Fortgeschrittener sein!
00:03:49: Und dann gibt's eben die andere Ebene, wo natürlich mit der Zeit Sachen besser gehen.
00:03:53: Oder die erste Wahrnehmung finde ich jetzt eigentlich der Mangel nicht mehr als solcher wahrgenommen wird oder weniger wird, das heißt die Rückenschmerzen gehen weg.
00:04:05: Ja, verstehe.
00:04:06: Oder man fühlt sich eben nicht mehr so begrenzt durch seine Steifheit oder seine fehlende Kraft und das Stichwort im Yoga-Kontext ist dann dass sich Balance einstellt.
00:04:19: Okay weil ich eh nicht mehr irgendwie einen Mangel habe, weil ich so außerhalb der Balance bin also aus Schmerzen herausbringt, weil
00:04:31: Emotional genau so, dass ich eben in die Joghurschunde gehe oder auch das Leben gehe und merke.
00:04:37: Ich bin total gefangen mit meinen Emotionen.
00:04:40: Und teilweise erzähle ich mir nicht, wenn es von der Arbeit kommt, ich war noch voll wütend weil irgendwas passiert ist oder ich war voll traurig bei Beziehung irgendetwas.
00:04:47: In der Jogherstunde konnte ich das dann Schritt für Schritt irgendwie ausgleichen und jetzt fühle ich mich wieder in meiner Mitte.
00:04:57: Genau!
00:04:58: Dann gibt es noch die dritte Entwicklungstufe.
00:05:02: Das ist dann, wo man nicht nur in seiner Mitte ankommt sondern wo man seine Mitte bewusst herausfordert quasi um sie auszudehnen.
00:05:13: aber das wird schon sehr insider talk.
00:05:15: der Grundgedanke ist er dass ich eben nicht nur Sachen mache die mir gut tun sonst könnte man sich auch auf den Rücken liegen nach links und rechts drehen jetzt mal ganz provokativ formuliert sondern dass man eben an seine Grenze geht um zu üben an dieser Gänze gut zu sein.
00:05:34: Also auch gut mit sich zu sein, sozusagen in diesen Grenzbereichen?
00:05:38: Absolut!
00:05:38: Genau das.
00:05:39: Gut mit sich Zu sein.
00:05:41: Andererseits das zu beschreiben was ich gerade als im Balance sein genannt habe oder wo die klassischen Joghartexte von dieser Mitte halt sprechen.
00:05:51: Madja ist da der Begriff.
00:05:52: Wie?
00:05:53: Madja und das sind eben diese drei Aspekte.
00:05:57: Die Bewusstheit des Spüren tut mir gut, was tut mir nicht gut.
00:06:03: Und auch eine Gefühl dafür zu haben wo gehe ich hin und was kann ich machen?
00:06:08: Dann das Bewusste ausgleichen und sich zurücknehmen und in die Mitte finden und dann dass sich in die Herausforderung begeben um sich zu entwickeln.
00:06:20: Diese Herausforderungen da bleibe ich gerade irgendwie noch so ein bisschen kurz drauf hängen.
00:06:27: also warum sollte ich das tun?
00:06:30: Also nicht dass ich das nicht.
00:06:31: auch schon
00:06:32: Ja, ja.
00:06:33: Aber es ist eine berechtigte Frage.
00:06:34: Warum sollte ich das tun?
00:06:35: Also die klassische Antidote für diesen Gedanken ist wenn man sagt warum soll ich überhaupt Yoga machen?
00:06:42: Ich lass mir einfach eine Massage geben.
00:06:45: Das bringe ich mir gerne als Beispiel an.
00:06:47: Es ist auch immer leichter über die anderen zu lästern.
00:06:50: Sei vorsichtig!
00:06:52: Ja genau und eine Massade tut super gut definitiv und gleicht alle Verspannungen aus, die man hatte.
00:06:59: Wenn sie gut ist kann sie das durchaus leisten.
00:07:02: Und zugleich, wie lange hält dann dieses Gefühl an?
00:07:06: Zwei Tage, zwei Wochen.
00:07:08: Genau!
00:07:08: Sehr begrenzt und es ist relativ vorhersehbar dass die Massage das Problem persönlich löst sondern nur in Ausgleichschaft.
00:07:17: und wenn sich mein Leben nicht verändert komme ich wieder genau da an wo er auch war.
00:07:23: Die Idee von diesem Entwicklungsgedanken ist, dass ich eben eine strukturelle Umgestaltung erreiche dass das Problem erst gar nicht entsteht.
00:07:36: Und dafür muss ich eben lernen, mit Belastungssituationen umzugehen.
00:07:41: Dafür muss sich eben lernen eine Struktur zu schaffen die belastungsfähig ist.
00:07:47: Da kommt dieser Resilienzgedanke wieder rein, von dem ich finde es ja super fürs Yoga passt.
00:07:53: Wo desebene Kompetenz ist aus Belastungssituationen heraus, wieder zurück in seine Mitte zu kommen und dafür muss sich Belastungen ausgesetzt sein und die gemeistert haben.
00:08:07: Also quasi eine Frage von Selbstermächtigung, dass diese psychologische Komponente auf der körperlichen Ebene funktioniert es genauso ist vielleicht sogar noch leicht danach zu vollziehen.
00:08:18: ich kann ausgeglichen sein im Sinne von meine Muskulatur hat das richtige Maß an Spannungen und ist halt weich und entspannt.
00:08:26: Und das funktioniert solange mein Leben perfekt ist, solange ich keine Belastung habe.
00:08:29: und dann muss sich einmal meinen Kind hochheben und ich muss einmal irgendwie eine Wasserkiste ins Auto hiefen und warst so viel Und habe ich dann die Rückenschmerzen wieder.
00:08:40: Ich kann nicht mit dem Massage wieder geben lassen und wieder auszugleichen, aber das wird nichts daran ändern dass bei der nächsten Wasserkiste das Problem wieder entsteht.
00:08:49: Was ich dann machen muss ist, ich muss halt meinen Körper kontrolliert unter Belastung stellen.
00:08:56: In diesem Fall ist auch das klassische Konzept von Kraftsport in die Hypotrophie zu gehen also an den Punkt zu gehen wo der Körper genau an der Grenze ist Genau das zu machen, was er noch kann.
00:09:08: Wo aber an seine Gänze rankommt?
00:09:10: Weil ihm das dann lassungsfähiger macht.
00:09:12: Dann findet ein Anpassungsprozess statt der dafür sorgt dass das, was vorher gerade eben so einer Grenze war wieder ein bisschen weiter von der gänze entfernt ist.
00:09:19: Das heißt man entfernt, man dehnt diesen Bereich innerhalb der Grenze aus und das ist eben dieser klassische Begriff die Ausdehnung der Mitte.
00:09:30: Maria Prakash, das ist das Krippbegriff dafür wo es darum geht dem Zustand, den man als Mitte empfindet ausdehnt indem man an den Grenzen übt damit klarzukommen.
00:09:42: Man sagt in der Situation die vorher mich eine Überlastung gebracht hat Die ist jetzt für mich einfach weil ich die Ressourcen habe umzugehen.
00:09:49: und das funktioniert eben indem ich regelmäßig bewusst an diese Grenze dran gehe Und übe dort nicht in Panikmodus zu gehen und den Überspressen zu gehen sondern dort gut zu sein.
00:10:03: Das ist letztendlich warum es im Yoga dass es extrem Übungen gibt.
00:10:07: Das ist, warum wir uns herausfordern im Yoga.
00:10:10: Ja, verstehe.
00:10:11: Und das ist aber natürlich auch noch mal wichtig zu gucken, dass manchmal in diesen fortgeschrittenen Klassen krieg ich dann so diesen verbissenen Kämpferblick.
00:10:21: Wenn da jemand ist der so... Ich geb nicht nach!
00:10:23: Ich lass mich nicht klein kriegen.
00:10:25: Ja genau oder ich kenne das auch so.
00:10:27: Mein Nachbar hat die Beine durchgedrückt.
00:10:29: okay ich muss es nochmal probieren ob das jetzt bei mir vielleicht doch gehen könnte oder so.
00:10:32: ja
00:10:35: und in dem Moment In dem Moment, wo dieser Survival-Modus reingeht... ... ist es eben nicht mehr Yoga.
00:10:43: In dem moment, wo ich einfach nur... So eine
00:10:44: Härte gegen sich errichtet
00:10:45: habe?
00:10:45: Genau!
00:10:45: Wo so eine Härt entsteht und so eine Hauptsache irgendwie durchkommt und ich mach' dich eng dafür und ich ignoriere alles andere,... ...und ich ignorier wie schlecht's mir eigentlich geht um durchzukommen,... ...dann verlässe ich eben genau diesen Bereich.
00:10:56: Und dann ist das auch für die Sache im Sinne des Yogas nicht mehr zu einer sinnvollen Entwicklung, weil dann geht's mir nachher nicht gut damit.
00:11:03: Dann bin ich wieder auf.
00:11:05: aus der Balance raus in eine andere Richtung.
00:11:08: Sondern die Kunst ist eben, wieviel kann ich in diese Richtung gehen oder bei mir bleiben?
00:11:13: Und dann ist es oft auch Fortgeschrittene sich nicht herauszufordern.
00:11:18: Weil das ist ja immer auch nur Optionen, die ich habe irgendwas nicht zu tun und dass es auch ne Kompetenz zu entscheiden, wann man aufhört und wann man aussteigt und dieses Sich rausnehmen können, dieses Sich zurücknehmen können und auch überhauptes zu merken, wann das dran ist.
00:11:36: Und das sind mir auch zwei verschiedene Sachen.
00:11:37: Das sind wieder Balance und Bewusstheit, das Balance und das Ausgleichen, dass ich mich herausnehme, dass sich gegenhalte und dass ich in einer extremen Situation so gegenhalten kann, dass die noch für mich machbar ist.
00:11:49: Und das ist tatsächlich etwas für ein Alltag wo ich gemerkt habe Ich kann mit dieser Haltung besser durch stressige Situation kommen wenn ich ganz genau weiß, dass es keine stressigen Situation und ich nutze jede Pause die sich mehr ergibt ganz bewusst um wieder runter zu fahren um in die Mitte wieder zurück zu kommen, um von da dann wieder in die Leistung zu gehen.
00:12:13: Und das ist so die eine Komponentin.
00:12:14: Die andere ist aber eben auch überhaupt zu merken.
00:12:18: wo ist denn die Mitte?
00:12:18: Was tut mir der gut?
00:12:20: Mir eigentlich gut.
00:12:20: In welche Richtung entferne ich mich gerade aus der Mitte?
00:12:23: und dafür braucht es dann eben auch eine Feinheit.
00:12:27: und dann ist es auch eine Art von Fortgeschritten sein dass man weniger tut dass man eben sich nicht unter Belastung stellt, sondern dass man übt einfach mit dem zu sein was ist.
00:12:42: Zu spüren was es und guckt.
00:12:47: wie kann ich einfach sein mit dem was ist ohne die Aktion gehen zu müssen?
00:12:53: Und das ist eben wo diese ganze Achtsamkeitskultur rein spielt!
00:13:01: Da ist ja dann irgendwie das Ziel und die fortgeschrittenste Übung der Meditation Wo es eben darum geht, einfach nur da zu sein.
00:13:11: Nichts zu tun und trotzdem mit einem dazu sein weil das ist für uns ja viel leichter mit Dingen dazusein, wenn wir wenigstens noch unser bestes geben dabei.
00:13:21: Achso oder irgendwo das Radio dodelt oder so was?
00:13:25: Und meine Gedanken beschäftigt
00:13:27: zum Beispiel.
00:13:28: Hör hoch zum
00:13:29: Einschlafen dann auch Klassiker
00:13:32: eigentlich.
00:13:35: Dieses, dass man in den Zustand kommt, wo man wirklich das Gefühl hat ich kann mit allem da sein was ist.
00:13:41: Ich muss nicht dagegen ankämpfen.
00:13:44: Ich habe ein komplettes Jahr dazu.
00:13:46: Das ist Buskino?
00:13:48: Ja und natürlich nicht so leicht im Alltag dem zu erreichen oder...
00:13:55: Natürlich!
00:13:56: Also ich meine diesen Zustand völlig erreicht zu haben ist das was man im Yoga erleuchtet sein nennt.
00:14:02: Und es ist psychisch sehr groß und wir kennen die Leute Die angeblich so sind immer nur mit Abstand aus der Ferne.
00:14:10: Das ist ein Zweifel auch theoretischer Idealzustand, auf den wir aber halt hinstreben und wo wir sagen das Ausgleichen, das Balance herstellen und das Resilienz schaffen die Entwicklung dient letztlich alles dem dass sich diesem Zustand näher kommen.
00:14:28: Und wir kommen ihm ja auch ein Stück weit näher.
00:14:30: also
00:14:31: durch die Praxis?
00:14:32: Das ist meine Wahrnehmung, dass das passiert.
00:14:37: Okay, ich habe jetzt drei Begriffe rausgehört.
00:14:40: Die Bewusstheit im Level-I Kurs sozusagen dann eben die Balance, die Beseitigung von Mängeln und dann eben diese Entwicklung hin zu einer breiteren Mitte zum Beispiel.
00:14:59: Hast du dir das alles ausgedacht?
00:15:02: Nee natürlich nicht!
00:15:03: Das ist ein ganz zentraler Gedanke in der Yoga Philosophie Und in den verschiedenen, also erstmals Yoga-Philosophie ja nicht so was Einheitliches.
00:15:15: Das sind eine dreitausend Jahre Kulturgeschichte mit verschiedenen philosophischen Strömungen.
00:15:20: aber das ist eben so ein durchgängiger Gedanke sowohl dieses Dreierpaket als auch diese Idee von diesen Qualitäten und das äußert sich immer wieder auf verschiedenen Ebenen.
00:15:33: In der Mythologie ist es zum Beispiel sind es Brahma Vishnu und Shiva, die eben im hinduistischen mythologischen Kontext also die drei Hauptgötter gelten.
00:15:47: Und die repräsentieren eben genau diese drei Qualitäten.
00:15:50: Drama als der, der wie die Bewusstheit steht nämlich für das Visionieren und Manifestieren der Welt.
00:15:56: Da geht es aus der Schöpfergot.
00:15:59: Vishnu als der Erhalter, der da immer wieder das Gleichgewicht herstellt mit der Idee dass sich wischen wir immer dann auf der Erde inkarniert, wenn die Welt droht aus den Fugen zu geraten.
00:16:11: Also deswegen, wenn man hindus... Kann
00:16:12: er bitte bald wieder vorbeischauen?
00:16:14: Ja genau!
00:16:16: Tatsächlich ist das ganz interessant weil wenn die Hindustie biblische Geschichte von Jesus hören sieht sie voll.
00:16:23: Wischen uns auch so euch gekommen.
00:16:24: Weil es für die genau in dieses Bild rein spielt.
00:16:27: Das göttliche wird Mensch um die Menschheit wieder in eine Zukunft von Balance zu bringen Wie eben auch seit.
00:16:32: Das heißt, da gibt es dieses Konzept von Balance und dann gibt es noch mit Shiva den Transformator der auch mal was kaputt macht damit etwas Neues wachsen kann Der für die Entwicklung ist er auch als die Gottheit geführtes Yoga gilt.
00:16:49: Also Shiva ist mythologisch der Erfinder des Yoga.
00:16:54: Das heißt das ist so eine Dimension auf der das auftaucht.
00:16:58: Dann gibt es in der Yoga Sutra der so im klassischen philosophischen Und auch Atheistischen Yoga.
00:17:06: Als Kerntext gilt, gibt es Svadhyaya, Ishwara Pranidhana und Tapas – also drei Grundbegriffe wo es heißt diese drei Qualitäten muss eine Yoga Praxis vereinen.
00:17:16: Und da ist Svadhya ja das Selbststudium, also die Bewusstheit.
00:17:20: Ishvara Pranicana ist die Hingabe oder das Loslassen.
00:17:23: Und Tapas ist eben die Disziplin und die Willenstärke und zur Entwicklung streben.
00:17:29: Das heisst auch da taucht es wieder auf.
00:17:32: Und in der tantrischen Yoga-Phase, da ist gerade dieser Gedanke von der Ausdehnung der Mitte ganz zentral.
00:17:37: Da gibt es einen Text, das heißt Pratya Bichnarithayam, der diesen Gedanken sehr ausprägt und dann auch die fünf Elemente aufgreift und quasi von fünf Richtungen spricht, indem man eben diese Ausdehenden der Mitte voranbringen kann.
00:17:53: Okay!
00:17:53: Und da hast du sozusagen dann angeknüpft mit dem Elementjuga?
00:17:58: Absolut!
00:17:59: Das ist tatsächlich auch die Tradition, oder die Lesart der Yoga-Philosophie, der ich mich am nächsten fühle und wo ich eben viele von diesen Texten nicht sehr in der Sicht eines anderen Gesetzes habe mit Lehrern, von Lehrerinnen gelernt habe, die sich mit dieser Tradition sehr intensiv aus einem anderen Gesetz haben.
00:18:17: Und das zur Grundlage ihres Urteils gemacht haben.
00:18:21: und das hab' ich für mich so total übernommen weil es für mich eben total auch in die moderne postmoderne Zeit reinpasst.
00:18:28: So eine Sichtweise auf des Yoga, die eben dualistisch ist.
00:18:33: Das klassische Yoga hat manchmal so ein bisschen richtig und falsch Tendenzen, wie die Realität wirklich ist.
00:18:39: Und diese tantrische Yoga-Apoche hat halt auch diesen kopartizipatorischen Gedanken von ich nehme am Leben teil und ich erschaffe Realität und ich bringe mich in das Leben hinein wo diese Selbstermächtigung eben auch eine große Rolle spielt.
00:18:55: Ja und die sich ja auch in der heutigen individualisierteren Gesellschaft natürlich dann ist.
00:19:02: Total, das ist einfach unser Anspruch an eine Weltanschauung und auch was, was in der Körperübungspraxis sehr nahe liegt.
00:19:13: Das es eben nicht nur darum geht seinen Körper zu beherrschen sondern auch auf seinem Körper zu hören und im Einklang mit seinem Körper leben.
00:19:21: Und das ist ja genau das aus meiner Sicht auch das, was Yoga der modernen Welt geben kann weil das was ist, was wir eben in unserem aufklärischen Prozess verloren haben.
00:19:32: Wir haben irgendwann gesagt ich bin nicht der Körper und dieser Körper da kann ich von außen drauf gucken, Körpergeist sind getrennt.
00:19:38: ja und dann gucke ich runter auf meinen Körper als etwas dass mir gehört aber dass ich nicht zwingenderweise bin und da bietet diese Sichtweise aus dem Yoga eben eine sehr ausgleichende Antidote.
00:19:55: Ja vielen Dank.
00:19:57: Ich glaube, dann kann ich mir jetzt nochmal genauer überlegen ob ich fortgeschritten bin oder nicht.
00:20:03: Und vielleicht können das auch andere die hier zugehört haben machen und sich natürlich aber auch überlegen in welchen Feldern.
00:20:10: vielleicht einfach noch Luft nach oben klingt schon wieder nach so einem Leistungsgedanken.
00:20:15: Aber wo noch Potenzial ist?
00:20:16: Wo sie hinschauen können und eben auch freundlich mit sich vielleicht mal diese Richtung ausprobieren kann.
00:20:22: Lass mich nochmal zusammenfassen, was wir gesprochen haben.
00:20:24: Ich finde Fortgeschrittnis Yoga vereint drei Komponenten.
00:20:28: Nämlich auf der einen Seite dass ich mehr mitbekomme, mehr spüre, mehr in Verbindung mit dem was in mir und im Leben los ist.
00:20:39: Zweitens Fortschritt im Yoga bedeutet das ich besser darin bin auszugleichen und mehr in meiner Mitte bin, mehr im Balance bin und auch mehr weiß was es braucht um wie ich das hinkriege Kriege dort hinzukommen, wenn ich es mal verliere.
00:20:54: Ja, aktiv!
00:20:56: Drittens fortgeschritten im Yoga zu sein bedeutet eine Entwicklung hinter sich zu haben und sie anzustreben die zum mehr Resilienz, zum mehr Belastungsfähigkeit, zum Mehr Antifragilität führt so dass Ich diesen Zuschuss von Ausglichenheit nicht nur habe Wenn alles Perfekt ist und auch dann wenn ich heraus
00:21:17: gefordert bin.
00:21:18: Ja super vielen Dank für die Zusammenpassung mit Entwicklung und fortgeschrittenes Yoga haben für mich jetzt eine andere Klarheit auf jeden Fall bekommen.
00:21:29: Und ich freue mich schon auf die nächste Folge!
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